{"id":525,"date":"2017-06-09T12:00:00","date_gmt":"2017-06-09T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/2018.beziehungsvoll.de\/?p=525"},"modified":"2017-06-09T12:00:00","modified_gmt":"2017-06-09T10:00:00","slug":"polyamorie-mehr-als-ein-partner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/polyamorie-mehr-als-ein-partner\/","title":{"rendered":"Polyamorie &#8211; mehr als ein Partner"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ist die Beziehungsform Polyamorie eine tiefe \u00dcberzeugung? Oder entsteht sie m\u00f6glicherweise, weil Menschen sich nicht f\u00fcr einen Partner entscheiden k\u00f6nnen oder wollen? Vielleicht ergibt sich diese Liebesform ja auch aus dem Frust von gescheiterten Beziehungen in Folge?<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Auch wenn ich klar sagen muss, dass die meisten mir bekannten Menschen eine monogame Beziehungsform\u00a0&#8211; manchmal auch in Serie &#8211; bevorzugen,\u00a0bin ich in\u00a0meiner Praxis mitunter mit dem Thema Polyamorie konfrontiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Oft nur einseitiger Wunsch<\/h2>\n<p>Mein Alltag stellt sich eher so dar, dass in einer bestehenden Beziehung,\u00a0die\u00a0monogam\u00a0angelegt war, ein Partner einen weiteren\u00a0Menschen\u00a0kennengelernt und meist auch schon lieben gelernt hat. Bis hier klingt das ein wenig nach einer klassischen Aff\u00e4re. Diese jedoch zeichnet sich in der Regel durch Heimlichkeit aus und ist immer zeitlich begrenzt.\u00a0Ab einer gewissen Dauer wird n\u00e4mlich jede Aff\u00e4re zu einer Zweitbeziehung und sp\u00e4testens dann gilt es Entscheidungen zu treffen.<\/p>\n<p>Mir sind nur wenige F\u00e4lle bekannt, bei denen ein Paar Diskussionen \u00fcber alternative Lebensformen gef\u00fchrt hat, bevor es bereits zu entsprechenden Handlungen kam. Das bedeutet, dass ein Partner den anderen quasi pl\u00f6tzlich mit dem Thema &#8222;ab jetzt liebe ich noch jemanden&#8220; konfrontiert. Damit wird diesem eine Menge zugemutet.<\/p>\n<p>Ich habe festgestellt, dass\u00a0Polyamorie auch gern &#8222;missbraucht&#8220; wird, wenn der Partner mit mehreren Lieben, selbst keine Entscheidung zu treffen in der Lage ist. Das hei\u00dft, dieser will sowohl die Sicherheit der Kernbeziehung als auch die &#8222;Freiheit&#8220; in der neuen Beziehung leben. Und schiebt damit die Entscheidung irgendwie an den Partner ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Entscheidungen treffen<\/h2>\n<p>Meist trifft es den bisherigen\u00a0Partner, der\u00a0an\u00a0seine Exklusivit\u00e4t geglaubt hat,\u00a0v\u00f6llig unvorbereitet aus heiterem Himmel und dieser wird nun vor schwere Entscheidungen gestellt. Der\u00a0Partner liebt pl\u00f6tzlich noch jemanden &#8211; neben uns &#8211; und das offenbar so richtig doll. Manche Menschen k\u00f6nnten besser damit umgehen, wenn es sich &#8222;nur&#8220; um Sex handeln w\u00fcrde, aber eine tiefgehende emotionale Verbindung zu einem weiteren Partner, ist f\u00fcr viele unvorstellbar.<\/p>\n<p>Eine Alternative zur Akzeptanz des meist pl\u00f6tzlichen Sinneswandels, bietet letztendlich nur der Gedanke an eine Trennung. Die macht aber Angst. Eine Trennung und\u00a0(wieder) allein zu sein &#8211; besser gesagt ohne Partner dazustehen -, das sind h\u00e4ufige\u00a0Gr\u00fcnde f\u00fcr Menschen, in einer Beziehung zu bleiben, die ihnen nicht gut tut.\u00a0Das ist nat\u00fcrlich eine denkbar schlechte Voraussetzung ausgerechnet\u00a0in eine polyamore Beziehung zu wechseln. Denn das klingt ja eher nach einem faulen Kompromiss, der schiefgehen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Eine echte Haltung entwickeln<\/h2>\n<p>Leider wissen unz\u00e4hlige Menschen nicht, was sie wirklich wollen und \u00fcbergehen dadurch ihre Gef\u00fchle. Sie rationalisieren statt ihre Emotionen zu sp\u00fcren, die ihnen Auskunft dar\u00fcber geben, was sie brauchen. Wenn jemand in einer Beziehung bleibt, obwohl die eigenen Werte verletzt werden, dann werden die inneren Konflikte so stark, dass sie irgendwann die Oberhand gewinnen.<\/p>\n<p>Die einzige M\u00f6glichkeit in einer polyamoren Beziehung mit einer entsprechenden Haltung zu leben, w\u00e4re in meinen Augen die echte Auseinandersetzung mit sich, immer wieder die eigenen Gef\u00fchle sp\u00fcren und letztendlich einen neuen Umgang mit dem Ego zu erlernen. Wir m\u00fcssten wohl dringend Erleuchten, um eine echte Akzeptanz von Polyamorie leben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vielleicht ist das aber eine gute Gelegenheit, um letztendlich zu erkennen, was wir nicht wollen. Denn mitunter m\u00fcssen wir eine Menge Erfahrungen machen und verlaufen uns auch manchmal auf unserem Weg. Aber das geh\u00f6rt zu unserem Wachstum und unserer Entwicklung nun mal dazu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Foto: \u00a9 tsepova &#8211; Fotolia.com<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist die Beziehungsform Polyamorie eine tiefe \u00dcberzeugung? Oder entsteht sie m\u00f6glicherweise, weil Menschen sich nicht f\u00fcr einen Partner entscheiden k\u00f6nnen oder wollen? Vielleicht ergibt sich diese Liebesform ja auch aus dem Frust von gescheiterten Beziehungen in Folge?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":527,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,2,4,3],"tags":[29,40,45,25,16,14,12,91,31],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/525"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=525"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/525\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4182,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/525\/revisions\/4182"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/media\/527"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=525"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=525"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}