{"id":4810,"date":"2019-02-08T14:05:13","date_gmt":"2019-02-08T13:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/?p=4810"},"modified":"2019-02-08T14:08:14","modified_gmt":"2019-02-08T13:08:14","slug":"wenn-frauen-in-der-partnerschaft-zur-mutti-werden-2-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wenn-frauen-in-der-partnerschaft-zur-mutti-werden-2-teil\/","title":{"rendered":"Wenn Frauen in der Partnerschaft zur Mutti werden (2. Teil)"},"content":{"rendered":"<p>In diesem 2. Teil des Beitrags \u00fcber die in der Praxis am h\u00e4ufigsten vorkommende Schieflagen-Beziehung, geht es darum, die &#8222;Vorteile&#8220; einer solchen Partnerschaft zu erkennen und um ihre Auswirkungen. Die meisten Menschen, die zu mir kommen, w\u00fcnschen sich lebendige Beziehungen auf Augenh\u00f6he. Was sie nicht erkennen, ist ihr eigener Anteil daran, dass dies nicht so ist. Die Mutter-Sohn-Beziehung ist n\u00e4mlich den wenigsten Menschen bewusst und meist geht die Erkenntnis mit viel Schmerz (weil gro\u00dfe Schamgef\u00fchle dabei sind) einher. Aber hier liegt die Chance auf Heilung!<!--more--><\/p>\n<h2>Vorteile der Mutter-Sohn-Beziehung<\/h2>\n<p>Manchmal erschlie\u00dfen sich die Vorteile von Systemen, Familien, Situationen und Partnerschaften von au\u00dfen betrachtet nicht auf den ersten Blick (manchmal auch nicht auf den zweiten oder dritten;-)), aber wir gehen davon aus, dass die Beteiligten immer(!) einen Nutzen haben, dass es so ist, wie es ist. Diesen gilt es zu erkennen, damit das Paar entscheiden kann, ob es aus seiner Schieflage heraus m\u00f6chte oder die Vorteile nichts zu ver\u00e4ndern \u00fcberwiegen.<\/p>\n<p>Bei den Frauen handelt es sich um Perfektionistinnen, denen man es im Grunde nichts recht machen kann. Weil sie es ohnehin besser wissen oder anders haben wollen und ihrem Mann das Zepter gar nicht \u00fcberlassen m\u00f6chten. Dies hat den enormen Vorteil, dass SIE alle F\u00e4den in der Hand hat und somit die Kontrolle \u00fcber alles hat und auch beh\u00e4lt. Alles l\u00e4uft \u00fcber ihren Tisch und h\u00e4ufig werden dadurch eigene \u00c4ngste im Zaum gehalten. Die Frauen zahlen einen hohen Preis daf\u00fcr und beklagen, dass sie die Privatsekret\u00e4rinnen ihrer M\u00e4nner sind und die Dienstboten und Chauffeure ihrer Kinder. Echte Auseinandersetzung mit sich selbst und damit, wer die Frau wirklich ist, sein will und zu jener ggf. werden kann, ist ihr zu w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nner versuchen meistens zu Beginn der Partnerschaft noch Sinnvolles (in ihren Augen) zum Gesamtsystem beizutragen. Vorschnell nehmen Frauen ihnen gerne Dinge ab, um entweder zu gefallen oder weil sie davon \u00fcberzeugt sind, es einfach besser zu k\u00f6nnen. Mehr und mehr packen sie sich auf die Schultern und ER gibt immer mehr ab, weil es auch nicht ganz unbequem ist. Irgendwann knickt er aber ein, resigniert und l\u00e4sst seine Frau schalten und walten. Die Komfortzone ist endg\u00fcltig eingerichtet. H\u00e4ufig tendieren diese M\u00e4nner zu Lethargie und Passivit\u00e4t. Immer jedoch wird Verantwortung abgegeben, was den immensen Vorteil hat, nie schuld zu sein, wenn etwas schief l\u00e4uft. So verhalten sich keine Erwachsenen, sondern nur Kinder.<\/p>\n<h2>Auswirkungen der Schieflage<\/h2>\n<p>Manchmal k\u00f6nnen diese Systeme viele Jahre lang funktionieren und sogar ein ganzes Beziehungsleben lang. Das mag dem ein oder anderen ausreichen, wirklich gl\u00fccklich macht es bestimmt nicht. Irgendwie haben diese Partnerschaften etwas Unlebendiges, sind aber in der Regel sehr funktional. Mit den Kindern klappt es gut und Streitigkeiten entstehen durch gegenseitiges Herumerziehen aneinander.<\/p>\n<p>Ganz klar muss sein, dass beide Partner einen gewaltigen Entwicklungsschritt hinlegen m\u00fcssen, wenn sie aus ihren erh\u00f6hten bzw. erniedrigten Positionen rauszukommen und mehr aus sich herauszuholen wollen. Das ist unumg\u00e4nglich f\u00fcr eine liebevolle Partnerschaft auf Augenh\u00f6he und lebendige Sexualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Was untersch\u00e4tzt wird, und das Paar nicht bemerkt, ist, dass sich das Begehren durch eine dauerhafte Schieflage allm\u00e4hlich und vor allem schleichend verabschiedet. Irgendwann stellt ein Partner oder beide fest, dass die Sexualit\u00e4t sich g\u00e4nzlich verabschiedet hat. Auch dann kann es noch Jahre dauern, bis diese Paare endlich in die Therapie finden. Je l\u00e4nger sich etwas einschleift, desto schwerer ist es wieder herauszufinden. Und ich kann es nicht oft genug wiederholen: Unsere Lebensthemen l\u00f6sen nicht einfach von allein, sondern sie warten dringend auf Heilung.<\/p>\n<h2>M\u00fctter vergeben beinahe alles<\/h2>\n<p>Noch schwieriger wird es, wenn manche Frauen in ihrer \u201eMutterrolle\u201c sogar so weit gehen, dass sie ihrem Partner alles &#8222;durchgehen&#8220; lassen. Gerade weil er kaum Verantwortung tragen muss und dieses Muster oft lange Jahre unbemerkt besteht, verh\u00e4lt er sich erst recht wie ein kleiner Junge. Sogar in tief verletzenden Situationen ist dies zu beobachten wie z.B. beim Fremdgehen, L\u00fcgen o.\u00e4. Es scheint manchmal, als wenn die Frau alias Mutti die Dinge auch gar nicht sehen will und ihm Glauben schenkt, egal welchen B\u00e4ren er ihr aufzubinden versucht.<\/p>\n<p>Dies soll das kein Aufruf sein, dem Partner etwaige Verfehlungen nicht zu vergeben, sondern es m\u00fcssen einfach Auseinandersetzungen auf Augenh\u00f6he stattfinden. In einer Schieflage befindet sich die Frau \u00fcber dem Mann, klagt ihn (meistens) an oder bringt m\u00fctterliches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihn auf. Letztendlich erhebt sich immer \u00fcber ihn, was zu weiteren Gef\u00fchlen von Kleinheit oder Minderwert beim Mann f\u00fchren wird. Diese M\u00e4nner sitzen dann wie bedr\u00f6bbelt in meiner Praxis und wirken wie kleine Buben.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Wenn wir einen potentiellen Partner treffen, haben wir gelernt, uns von der besten Seite zu zeigen. Das klingt zwar nett, aber ist mit fortschreitender Beziehung hinderlich. Irgendwann verrutscht n\u00e4mlich jede noch so gut sitzende Maske.<\/p>\n<p>Es gibt genug Frauen, die (immer noch) Glaubenss\u00e4tze in sich tragen, dass sie beeindrucken, gefallen und etwas leisten m\u00fcssen, um einen Mann an sich zu binden. Doch der Preis, den sie daf\u00fcr bezahlen ist sehr hoch und in meinen Augen auch nicht verhandelbar. Welche altert\u00fcmlichen Glaubenss\u00e4tze in vielen m\u00e4nnlichen K\u00f6pfen herumgeistern, kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen. Umfragen zufolge erledigen n\u00e4mlich bis heute Frauen den L\u00f6wenanteil der Hausarbeit und das obwohl beide Vollzeit berufst\u00e4tig sind. Wir schreiben immerhin das Jahr 2019, meine Damen!<\/p>\n<p>Emanzipation, Gleichberechtigung und Augenh\u00f6he beginnt immer bei einem selbst. Wie w\u00e4re es denn hier mit \u201e#MeToo\u201c\u2026?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wenn-frauen-in-der-partnerschaft-zur-mutti-werden-1-teil\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im 1. Teil dieses Artikels k\u00f6nnt Ihr\u00a0<\/a><a href=\"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wenn-frauen-in-der-partnerschaft-zur-mutti-werden-1-teil\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier lesen,<\/a> wie die Schieflagen-Beziehungen in der Praxis aussehen und feststellen, ob Du auch davon betroffen bist&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Foto: \u00a9 Privat (M\u00fcnchen)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem 2. Teil des Beitrags \u00fcber die in der Praxis am h\u00e4ufigsten vorkommende Schieflagen-Beziehung, geht es darum, die &#8222;Vorteile&#8220; einer solchen Partnerschaft zu erkennen und um ihre Auswirkungen. Die meisten Menschen, die zu mir kommen, w\u00fcnschen sich lebendige Beziehungen auf Augenh\u00f6he. 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