{"id":4800,"date":"2019-02-01T20:51:50","date_gmt":"2019-02-01T19:51:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/?p=4800"},"modified":"2019-07-10T12:10:48","modified_gmt":"2019-07-10T10:10:48","slug":"wenn-frauen-in-der-partnerschaft-zur-mutti-werden-1-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wenn-frauen-in-der-partnerschaft-zur-mutti-werden-1-teil\/","title":{"rendered":"Wenn Frauen in der Partnerschaft zur Mutti werden (1. Teil)"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Paare in die Beratung kommen, bei denen im \u201eGrunde\u201c alles gut ist, wie sie von sich behaupten, bezieht sich das meistens nur auf die Au\u00dfensicht. Es sind diejenigen Paare, bei denen Hauen und Stechen nicht an der Tagesordnung ist und der gesamte Freundeskreis w\u00fcrde auch niemals ein Problem bei ihnen vermuten. Dies wird auch immer sehr stark betont. Das einzige Problem, wenn man das denn \u00fcberhaupt als solches definieren kann, weil es ja eigentlich nicht das Allerwichtigste ist (sagen diese Paare), stellt die Sexualit\u00e4t dar. Meistens ist es zumindest f\u00fcr einen der Partner aber doch wichtig genug, dass es f\u00fcr eine Terminvereinbarung reicht;-).<\/p>\n<p>Wer meinen Blog schon l\u00e4nger liest, wei\u00df, dass mangelnde oder fehlende Sexualit\u00e4t viele Ursachen haben kann, aber heute m\u00f6chte ich eine ganz konkrete Situation beleuchten, n\u00e4mlich wenn Frauen in der Partnerschaft zur Mutti werden, also \u201emuttieren\u201c.<!--more--><\/p>\n<h2>Aus Frau wird Mutti<\/h2>\n<p>Die Mutter-Sohn-Beziehung ist die g\u00e4ngigste Schieflage, die in der Praxis vorkommt. Frauen beschweren sich im Erstgespr\u00e4ch dar\u00fcber, dass sie alles machen m\u00fcssen, dass der Mann v\u00f6llig unselbst\u00e4ndig sei, er nie etwas von alleine t\u00e4te und sie keine Lust mehr dazu haben und sogar schon \u00f6fter an <a href=\"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wenn-frauen-scheinbar-grundlos-ihren-mann-verlassen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Trennung<\/a> denken w\u00fcrden. Sex gibt es zwischen schon lange nicht mehr oder jedenfalls so gut wie keinen. (Manchmal kommen zu diesem Zeitpunkt auch schon Aff\u00e4ren zur Sprache).<\/p>\n<p>SIE f\u00fchlt einen erheblichen Mehraufwand in der Verantwortlichkeit gegen\u00fcber den Kindern, dem Haushalt und vielen weiteren Bereichen. Beim Partner hingegen verbleibt nur ein geringer Teil. Es ist deutlich sichtbar, dass die Frau in einer permanenten \u00dcberforderungssituation steckt. Nachvollziehbar, wenn man sich vorstellt, eine Beziehung allein zu f\u00fchren. Hier gibt es keinen Raum f\u00fcr Sexualit\u00e4t und sexuelle Energie kann sich in dieser Konstellation auch nicht entwickeln. Das ist zun\u00e4chst der Status Quo der Frau.<\/p>\n<h2>Aus Mann wird Sohn<\/h2>\n<p>Der Mann berichtet, dass er anfangs sehr wohl einiges im Haushalt gemacht habe und betont h\u00e4ufig, dass es schlie\u00dflich auch ein Leben vor seiner Frau gab, welches er gemeistert habe. In der jetzigen Beziehung habe er aber sehr schnell gemerkt, dass er es einfach nicht recht machen k\u00f6nne. Immer habe sie etwas zu beanstanden gehabt. Es w\u00fcrde immer verbessert, gemeckert, gen\u00f6rgelt. Irgendwann wurde ihm das zu bl\u00f6d und er habe aufgegeben. Dann soll sie es doch selber machen!<\/p>\n<p>ER streitet nicht ab, dass er zugelassen hat, von seiner Partnerin zum Zahnarzt oder zur Vorsorgeuntersuchung geschickt worden zu sein. Auch nicht, dass er seine Frau erm\u00e4chtigt hat, dar\u00fcber zu entscheiden, wie man den Haushalt f\u00fchrt, wohin man in den Urlaub f\u00e4hrt wird und was die Kinder anzuziehen haben. Sie ist es auch, die an die Weihnachtskarten denkt, sie sogar schreibt und Geburtstagsgeschenke f\u00fcr seine(!) Verwandtschaft besorgt. All das hat er viel zu lange zugelassen und sich auch ein St\u00fcck entmannen lassen!<\/p>\n<h2>Irgendwann kollabiert das System<\/h2>\n<p>H\u00e4ufig braucht es einen Ausl\u00f6ser von au\u00dfen, damit es zwischen dem Paar zu einer echten Auseinandersetzung kommt. In dieser Krise kommen die Menschen dann zu uns, um sich Begleitung und Unterst\u00fctzung zu holen.<\/p>\n<p>Leider ist es oft mit einem schmerzhaften Prozess verbunden, denn wir Menschen brauchen als Motivation auch immer einen gewissen Leidensdruck. Freiwillig ver\u00e4ndert niemand etwas. Im Fall der Schieflagen-Paare muss es oft geschehen, dass einer von beiden eine Aff\u00e4re hat (die jetzt aufgeflogen ist). Der Zauber dieser Aff\u00e4ren beinhaltet in aller Regel, dass der Aff\u00e4renpartner einem (endlich!) auf Augenh\u00f6he begegnet, was das eigene Gef\u00fchl der M\u00e4nnlichkeit oder Weiblichkeit befeuert. Diese Sehnsucht war immer da, Was aber nicht erkannt wird, sind die eigenen Anteile daran, dass die Kernbeziehungspartner sich beide(!) schon lange nicht mehr als Mann und Frau begegnen. Sie h\u00e4ngen in einer Mutter- und Sohnrolle fest, die erst einmal Erkenntnis braucht, um ver\u00e4ndert werden zu k\u00f6nnen. Die Au\u00dfenbeziehung lenkt lediglich vom Eigentlichen ab und hier steckt die Chance zu Wachstum.<\/p>\n<p>Eine weitere Krise entsteht h\u00e4ufig durch die langj\u00e4hrige \u00dcberforderung der Frau. Sie ist und war\u00a0schlichtweg mit der Gesamtsituation \u00fcberfordert ist, was kaum verwundern d\u00fcrfte. Gerade wenn echte Kinder dazu kommen, ist die Grenze der Belastung schnell erreicht. Die Frauen sprechen von einem Kind mehr, also der Partner wird tats\u00e4chlich als Kind gesehen und gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Bevor jetzt vielleicht vorschnelle Urteile entstehen, m\u00f6chte ich auf die Bedeutsamkeit von Mutter-Sohn-Beziehungen hinweisen. Die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde f\u00fcr den Therapeuten ist, das Paar damit zu konfrontieren, denn die Abwehr ist gerade hier extrem stark. Welche Frau will schon als &#8222;Mutti&#8220; und welcher Mann als &#8222;Sohn&#8220; in seiner bis dato gleichgestellt wahrgenommenen Partnerschaft betrachtet werden? Und ganz ehrlich: dass sich die Lust hier verabschiedet hat, ist kein Wunder, denn wer will schon mit seiner Mutti Sex haben!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>N\u00e4chste Woche geht es in einem 2. Teil weiter mit den &#8222;Vorteilen&#8220; von Schieflagen-Beziehungen, deren Auswirkungen und warum M\u00fctter ihren S\u00f6hnen beinahe alles vergeben&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Foto: \u00a9 Privat (M\u00fcnchen)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Paare in die Beratung kommen, bei denen im \u201eGrunde\u201c alles gut ist, wie sie von sich behaupten, bezieht sich das meistens nur auf die Au\u00dfensicht. Es sind diejenigen Paare, bei denen Hauen und Stechen nicht an der Tagesordnung ist und der gesamte Freundeskreis w\u00fcrde auch niemals ein Problem bei ihnen vermuten. 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