{"id":388,"date":"2018-08-03T14:54:00","date_gmt":"2018-08-03T12:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/2018.beziehungsvoll.de\/?p=388"},"modified":"2018-11-30T16:37:13","modified_gmt":"2018-11-30T15:37:13","slug":"suechtig-nach-sex-und-pornos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/suechtig-nach-sex-und-pornos\/","title":{"rendered":"S\u00fcchtig nach Sex und Pornos?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gut f\u00fcnfzehn Jahre ist es her, als die ersten Smartphones auf dem Markt erschienen sind. Zwischen zehn und zwanzig Jahre dauert es in etwa, bis Suchterkrankungen an die Oberfl\u00e4che treten. Was bedeutet das eigentlich f\u00fcr uns Sexualtherapeuten?<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2>Pornokonsum und sexuelle Funktionsst\u00f6rungen<\/h2>\n<p>Zugegeben, anfangs waren es eindeutig mehr M\u00e4nner, denen der Pornokonsum angelastet wurde, doch angeblich holen die Frauen auch hier stark auf. In der Praxis kann ich das allerdings (noch) nicht best\u00e4tigen, obwohl Frauen ja das therapiewilligere Geschlecht sein sollen. In die Praxis jedoch kommen viele junge M\u00e4nner und klagen \u00fcber sexuelle Funktionsst\u00f6rungen wie zum Beispiel Erektionsst\u00f6rungen, aber auch Orgasmusst\u00f6rungen sind gar nicht so selten. Die Abkl\u00e4rung beim Urologen ist bereits erledigt &#8211; nat\u00fcrlich ohne k\u00f6rperlichen Befund &#8230; Und erst dann kommen wir ins Spiel.<\/p>\n<p>Wenn ich mich im Rahmen der Anamnese (nat\u00fcrlich \u00e4u\u00dferst behutsam und vorsichtig) nach dem Pornokonsum meiner Klienten erkundige, h\u00f6re ich immer wieder S\u00e4tze wie: &#8222;Ja, ganz normal halt &#8230; so wie es eben alle machen &#8230;&#8220; Was alle machen, gilt tats\u00e4chlich als absolut normal heute, im grenzenlosen Internet, Pornos (in durchaus beachtlichen Umfang) zu konsumieren. Immer dann, wenn\u00b4s uns gerade juckt.<\/p>\n<p>Der Erstkontakt mit pornografischem Material erfolgt in der Regel um das Alter von zw\u00f6lf Jahren, n\u00e4mlich mit \u00dcbertritt in eine weiterf\u00fchrende Schule. Denn zu diesem Zeitpunkt wird selbst von den standhaftesten Eltern sp\u00e4testens das Smartphone ausgeh\u00e4ndigt. Nimmt die Entwicklung einen negativen Verlauf, so kann es gut sein, dass ein 25-j\u00e4hriger junger Mann bereits locker zehn Jahre Masturbationserfahrung zu &#8222;bewegten Bildern&#8220; hat und h\u00f6chstwahrscheinlich kaum bis wenig mit echten Partnern oder Partnerinnen. Das stellt selbstredend ein Problem dar, aber die wenigstens sind sich dessen bewusst, weil es ja alle machen und somit das Ganze salonf\u00e4hig gilt.<\/p>\n<h2>Der Leidensdruck muss erst gro\u00df sein<\/h2>\n<p>Klienten betreten unsere Praxen erst dann, wenn der Leidensdruck so gro\u00df ist, dass entweder eine Beziehung auseinanderzubrechen droht, das auch mitunter schon in Serie oder es gar nicht erst zu einer (echten) Partnerschaft kommt oder weil sich bereits sexuelle Funktionsst\u00f6rungen eingeschlichen haben. Leidensdruck ist gleich Motivation, und die l\u00e4sst oft viele Jahre auf sich warten.<\/p>\n<p>Wie das dann konkret in einer Partnerschaft aussehen kann, habe ich in folgendem Artikel versucht darzustellen, n\u00e4mlich so, wie es mir in der Praxis immer wieder begegnet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/experten\/braeu\/pornosucht-im-netz-wenn-das-internet-den-partner-klaut_id_3659203.html\">Noch etwas weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Foto: \u00a9 privat (Regensburger Dom)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut f\u00fcnfzehn Jahre ist es her, als die ersten Smartphones auf dem Markt erschienen sind. Zwischen zehn und zwanzig Jahre dauert es in etwa, bis Suchterkrankungen an die Oberfl\u00e4che treten. 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