{"id":342,"date":"2013-11-30T12:09:00","date_gmt":"2013-11-30T11:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/2018.beziehungsvoll.de\/?p=342"},"modified":"2018-11-21T10:57:28","modified_gmt":"2018-11-21T09:57:28","slug":"warum-streit-in-partnerschaften-sinn-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/warum-streit-in-partnerschaften-sinn-macht\/","title":{"rendered":"Warum Streit in Partnerschaften Sinn macht"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Wir haben uns gestritten!&#8220; &#8211; diese Aussage l\u00f6st im Allgemeinen etwas Negatives aus. Warum ist das eigentlich so? Und liegt im Streit nicht auch eine Chance?<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Wir Menschen sind doch so\u00a0unterschiedlich in unseren Ansichten, Werten, Meinungen, Gedanken &#8230;\u00a0Was die Partnerschaft angeht, prallen dann zwei v\u00f6llig fremde Welten aufeinander. Man muss sich mit einem F\u00fcnkchen von\u00a0Verstand doch fragen, wie das eigentlich (dauer)harmonisch funktionieren k\u00f6nnte, da beide Beteiligten\u00a0ganz eigene Vorstellungen, W\u00fcnsche, Bed\u00fcrfnisse usw. haben (sollten). Dies w\u00e4re in meinen Augen n\u00e4mlich nur m\u00f6glich, wenn sich mindestens einer\u00a0soweit verbiegt und an die Wegrichtung des anderen anpasst, dass Auseinandersetzungen vermieden werden. Erstaunlicherweise passiert gerade im ersten Beziehungsjahr genau das. Schwierig wird es allerdings danach, denn\u00a0die Unzufriedenheit beginnt zu wachsen und h\u00e4ufig eskalieren Streitereien gerade dann ins Bodenlose. Was l\u00e4ge auch\u00a0n\u00e4her, als den Partner daf\u00fcr verantwortlich zu machen? Weil nicht fr\u00fch genug geredet wird und sich so einiges aufgestaut hat. Ein hoher Preis f\u00fcr Konfliktvermeider!<\/p>\n<h3>Der Vorteil<\/h3>\n<p>Positiver Streit dient dazu, sich weiter zu entwickeln und zu wachsen. Die Reibung mit anderen Menschen hilft uns dabei, zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung zu unterscheiden und durch die konstruktive Kritik unserer Mitmenschen zu entscheiden, was wir daraus als Wachstumschance annehmen wollen oder was wir m\u00f6glicherweise beim anderen belassen, da es mehr mit ihm, als mit uns zu tun hat. Voraussetzung daf\u00fcr ist jedoch eine entsprechende Reife, das eine vom anderen zu unterscheiden.<\/p>\n<h3>Der Nachteil<\/h3>\n<p>Negativer Streit ist in der Tat schwierig, weil er in der Regel unter die G\u00fcrtellinie geht. Beschimpfungen, verbale, emotionale und mitunter sogar k\u00f6rperliche Gewalt kommen vor. Das kann daran liegen, dass der Partner in diesen Situationen zum &#8222;Gegner&#8220; mutiert und uns nicht wohlwollend gegen\u00fcber steht oder wir ihm das zumindest unterstellen. Wir f\u00fchlen uns angegriffen und reagieren dann mit Gegenangriff, Erstarrung oder Flucht. Das ist leider nie hilfreich, sondern immer destruktiv. Es wirkt sich auf den Selbstwert aus &#8211; negativ versteht sich! -, und bei jedem Mal geht etwas mehr kaputt.<\/p>\n<h3>Warum ich?<\/h3>\n<p>Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass das, was andere Menschen bei uns triggern, immer mit uns selbst zu tun hat und nicht mit dem anderen. Das ist\u00a0die schlechte Nachricht, denn viel einfacher w\u00e4re es, wenn wir sagen k\u00f6nnten: der andere ist schuld! H\u00e4tte er nicht dies oder das gemacht oder gesagt, dann &#8230; Bei Streitpaaren in meiner Praxis h\u00f6re ich beinahe immer:\u00a0&#8222;Ich bin nur so, weil Du so bist!&#8220;\u00a0Die gute Nachricht daran ist, dass wir hier die Gelegenheit bekommen, uns zu reflektieren. &#8222;Warum rege ich mich grad so auf, was macht das mit mir und vor allem was hat es mit mir zu tun?&#8220; Und es hat immer(!) etwas mit uns selbst zu tun. Nicht selten finden hier sogar traumatische Hintergr\u00fcnde.<\/p>\n<h3>Wie du mir, so ich dir!<\/h3>\n<p>Menschen, die eine gut ausgebildete Pers\u00f6nlichkeit haben, sind in den allermeisten Streitf\u00e4llen in der Lage, bei\u00a0sich zu bleiben. Sie m\u00fcssen weder den anderen attackieren, noch fl\u00fcchten oder regredieren nach dem Motto &#8222;Weil du\u00a0mich jetzt verletzt hast,\u00a0verletze ich jetzt dich!&#8220; Diese Streitpaare verhalten sich n\u00e4mlich oft wie Dreij\u00e4hrige im Sandkasten, die sich um die Schaufel zanken und wissen meist gar nicht, dass weder sie, noch der Partner etwas daf\u00fcr k\u00f6nnen. Gelingt es, die Hintergr\u00fcnde bei dem Paar aufzudecken, finden sich meist Entwicklungstraumata, die gel\u00f6st werden m\u00fcssen.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Um den Sinn von Streit zu erkennen, finde ich entscheidend sich zu fragen: WER sagt mir\u00a0WANN\u00a0und WIE WAS? Kritische \u00c4u\u00dferungen sollten in einer Partnerschaft doch nie zerst\u00f6ren, sondern Wachstum anregen. Wenn ich dem Partner Schlechtes unterstelle, muss ich mich fragen, warum ich mit einem Menschen zusammen bin, der mir B\u00f6ses will. Reibung dient der Lebendigkeit und dem Wachstum. Und das geht nicht ohne Angst und Schmerz. Der gute Umgang mit Kritik will einfach gelernt sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Foto: \u00a9 Stefan Linde<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wir haben uns gestritten!&#8220; &#8211; diese Aussage l\u00f6st im Allgemeinen etwas Negatives aus. Warum ist das eigentlich so? 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