{"id":231,"date":"2013-10-17T20:12:41","date_gmt":"2013-10-17T18:12:41","guid":{"rendered":"http:\/\/2018.beziehungsvoll.de\/?p=231"},"modified":"2018-08-08T16:26:31","modified_gmt":"2018-08-08T14:26:31","slug":"von-liebe-und-erwartungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/von-liebe-und-erwartungen\/","title":{"rendered":"Von Liebe und Erwartungen"},"content":{"rendered":"<p>Eine meiner Freundinnen schickte mir die Tage folgendes Zitat von Gustave Flaubert (1821-1880):<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Liebe erbl\u00fcht im Staunen einer Seele, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>die nichts erwartet <!--more--><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>und sie stirbt an der Entt\u00e4uschung des Ichs,<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>das alles fordert.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem ich Zitate liebe, habe ich auch \u00fcber\u00a0dieses gerne nachgedacht und im Grunde spiegelt es\u00a0die meisten\u00a0Paarkonflikte wider. Wir Menschen haben viele Erwartungen, besonders gerne an Partner, Freunde, Eltern und\u00a0Kinder.\u00a0Je h\u00f6her diese Erwartungen sind, desto gr\u00f6\u00dfer f\u00e4llt die\u00a0Entt\u00e4uschung aus, wenn die Erf\u00fcllung dann\u00a0auf sich warten l\u00e4sst. Liegt die L\u00f6sung am Ende darin, gar keine Erwartungen an andere mehr zu haben? Nein, bestimmt nicht. Allerdings werden wir\u00a0heute doch nicht mehr\u00a0zu Partnerschaften gen\u00f6tigt, die wir nicht eingehen wollen! Wir entscheiden uns also daf\u00fcr. Leider oft nicht bewusst genug.<\/p>\n<p>Denn Liebe braucht Freiwilligkeit, keinen Zwang. Je bedingungsloser wir das annehmen, was wir geschenkt bekommen und freiwillig geben, ohne\u00a0im Gegenzug nehmen\u00a0zu wollen, desto wahrhaftiger wird die Liebe sein.\u00a0 Oft wird in meiner Praxis die Frage gestellt:\u00a0&#8222;Wof\u00fcr brauche ich dann einen Partner?&#8220; Das ist durchaus eine\u00a0berechtigte Frage. Einen Partner zu &#8222;brauchen&#8220; halte ich\u00a0allerdings f\u00fcr keine g\u00fcnstige Voraussetzung, weil dadurch der Berg an Erwartungen\u00a0von vornherein dem Mount Everest gleicht. Der Partner soll uns gl\u00fccklich machen, er soll\u00a0unsere Bed\u00fcrfnisse befriedigen (idealerweise\u00a0nat\u00fcrlich unaufgefordert!), er soll uns Anerkennung, Best\u00e4tigung und Liebe schenken. Bleibt das aus, und das wird es mit sehr gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit, dann\u00a0sind wir unzufrieden und was liegt n\u00e4her, als die Schuld daf\u00fcr dem Partner zuzuschieben?<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung l\u00e4ge wohl darin, sich m\u00f6glichst frei und unabh\u00e4ngig von Anerkennung, Best\u00e4tigung und Liebe\u00a0anderer zu machen. Im Innen statt im Au\u00dfen danach zu suchen, denn dann k\u00f6nnten wir eine Partnerschaft\u00a0mit idealen Voraussetzungen eingehen: Aus der F\u00fclle heraus statt aus einer Bed\u00fcrftigkeit.\u00a0 Vielleicht war es das, was Gustave Flaubert schon vor \u00fcber 150 Jahren nieder schrieb? Mensch, wie gerne h\u00e4tte ich Monsieur Flaubert kennengelernt! (Empfehlenswert \u00fcbrigens sein Roman &#8222;Madame Bovary&#8220;, der auch verfilmt wurde &#8230;)<\/p>\n<p>Ideale sind\u00a0quasi vollkommen und wer von uns ist das schon? Aber\u00a0danach zu streben, sollte der Partnerschaft kaum schaden &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Foto: \u00a9 privat<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine meiner Freundinnen schickte mir die Tage folgendes Zitat von Gustave Flaubert (1821-1880): Liebe erbl\u00fcht im Staunen einer Seele, die nichts erwartet<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":232,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8],"tags":[17,19,18,16,15,14,13,12],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=231"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4022,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231\/revisions\/4022"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/media\/232"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=231"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beziehungspraxis.de\/beziehungsvoll\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}